Fokus

Didier Graffet

Interview durchgeführt von
Jean-Christophe Gostanian, CEO EXPLORiT
Vidéo : Ans Licht gebracht
Regie : Julien Dumont

Didier Graffet ist der berühmte Fantasy-Illustrator unserer Zeit, den Sie durch surrealistische Werke in der Sciencity Ausstellung von Jules Vernes finden. Ein versierter Künstler, die der Welt des Steampunks ähnlich ist, aber auch durch sechs grossartige Werke, die in der tollen Lounge Bar von La Fabrica ausgestellt werden. 

Eine fantastische Welt erwartet das Publikum: Die Faszination von schwebenden Maschinen, mechanisierten Männern, Boote, die den faszinierenden Himmel überqueren, bezaubernde Farben, die zum Entrinnen einladen, lassen Sie mit auf eine Reise in Didier Graffets retrofuturistisches Universum gehen. 

Nach seinem Abschluss an der Emile-Cohl-Schule in Lyon begann er seine Karriere 1994 als freier Illustrator mit Rollenspielen und Abenteuerbüchern für Kinder.

Seine berufliche Vorsehung führte ihn dazu, Fantasy-Literaturromane zu illustrieren und bei verschiedenen renommierten Verlagen zu veröffentlichen. Seine Talente werden geehrt und anerkannt, Didier Graffet produziert zahlreiche Covers für Romane wie die Legende von David Gemmell oder Kunstbücher wie: 20.000 Orte unter den Meeren von Jules Verne, Steampunk mit Xavier Mauméjean.

Im Jahr 2002 wird sein unglaubliches Talent mit dem Art & Fact-Preis, dem Publikumspreis Vision du Futur und dem Grand Prix de l’Imaginaire – Kategorie „Illustrationen“ für alle seine Werke ausgezeichnet. Im Jahr 2014 gewann er dank seines Steampunk Kunstbuchs erneut in der Kategorie «Grafik».

Anschliessend trat er wieder in das Studio Jules Verne ein, für das er mehrere Festivalposter produzierte und künstlerischer Leiter des Dokumentarfilms Passage to Mars war. Er ist auch für die Cover der Wiederveröffentlichungen von Les Enfants de Hurin und Der Hobbit von J.R.R. Tolkien unter der Leitung von Alan Lynch verantwortlich. Im Jahr 2017 widmete Didier Graffet ein Jahr der Realisierung des Game of Thrones Kalenders.

Derzeit setzt er seine Karriere als Maler fort, insbesondere indem er an den besten Orten ausstellt, welche talentierten Künstlern gewidmet sind, wie der Galerie Daniel Maghen, die über die größte permanente Comicbuch-Sammlung Europas verfügt. Seit 2010 werden hier die signierten Steampunk-Werke des Künstlers ausgestellt, mit denen er an Christie’s Verkäufen in Paris teilgenommen hat.

Interview

JCG: Ein Raum ist Ihnen speziell für EXPLORiT Flims-Laax gewidmet, was ist es, was Sie an dieser Zusammenarbeit begeistert?

DG: Ich habe immer gedacht, dass der Begriff der Fantasie nicht so weit von der Realität entfernt ist, alles hängt davon ab, wie man die Welt betrachtet. Mir gefällt die Vorstellung, dass meine Arbeiten mit der Wissenschaft in Verbindung gebracht werden, und die grössten wissenschaftlichen Errungenschaften sind aus der Phantasie entstanden.

Mir gefällt auch, dass EXPLORIT für alle und vor allem für Kinder ist. In ihren Köpfen sind die Fantasievorstellung und die reale Welt nicht weit voneinander entfernt!

JCG: In welchem Gemütszustand sind Sie, wenn Sie eine Arbeit (Malerei) machen?

DG: Was mich leitet, ist der Wunsch, in ein Universum einzutauchen.  Je weiter ich bei der Realisierung voranschreite, desto genauer ist die Geschichte, die ich erfinde. Jedes Detail muss auf dieses Ziel ausgerichtet sein, im Einklang mit dieser Geschichte. Die magische Seite erscheint, wenn die Elemente aufeinander reagieren, wenn ihr Gleichgewicht mühelos ist. Manchmal kommt es vor, dass einige Bilder nicht einfach zu gestalten sind, weil ich mental nicht bereit war, sie zu kreieren.

Wenn ich ein Gemälde fertiggestellt habe, weiß ich, ob es erfolgreich ist oder nicht, je nachdem, mit welcher Freude ich es gemacht habe.

Es ist auch notwendig, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, um ein neues Bild zu starten. Ich funktioniere nach dem Lustprinzip, der beste Motor, den es gibt!

JCG: Was fasziniert Sie an der Welt von Jules Verne?

DG: Es ist der Geist des Abenteuers, der imaginären Reise und dessen, was die Wissenschaft die Menschen zu erreichen ermöglicht. Aussergewöhnliche Schiffe wie die „Nautilus“ oder die „Albatross“ von Robur dem Eroberer sind beeindruckende Maschinen, mit denen Abenteurer die Welt entdecken können.

Ich mag auch die wissenschaftliche Seite, den manchmal professoralen Ton, den Jules Verne in seinen Schriften verwendet.

JCG: Erzählen Sie uns von Ihrer Malweise, wie alles beginnt: von der ursprünglichen Idee bis zur endgültigen Realisierung?

DG: Ich schreibe Ideen in Notizbücher, ich mache Handzeichnungen. Nur kleine Zeichnungen ohne Details, die aber die Absicht widergeben. Die Idee kann von einem Titel kommen, den ich gefunden habe, und den ich entwickle, oder von einem Objekt, das ich schön finde, zum Beispiel einem Astrolabium, einem Sternhöhenmesser. Es gibt keine Regeln in diesen Sachen, Intuition, Gefühl und die Emotion sind unerlässlich.

Ich mache dann eine detailliertere Handzeichnung, und benutze meine Fotos zur Dokumentation.

Bei der Realisierung gibt es immer eine Umstellungsphase; das Bild nimmt dank eines Details oder einer Farbe, die ihm plötzlich seine Identität verleiht, recht schnell Gestalt an. Ich weiss in diesem Moment, dass es, für mich, erfolgreich sein wird.

JCG: Stellen Sie sich die Zukunft Ihrer Kinder in einer völlig anderen Welt vor, wenn ja, welche und wie?

DG: Die Einführung neuer Technologien hat die Welt in wenigen Jahren in das digitale Zeitalter geführt. Es ist eine Revolution, die unser tägliches Leben, unser Weltbild grundlegend verändert hat.

Die Fortschritte auf diesem Gebiet sind unbegrenzt, der Gral ist die Geburtsstunde der Künstlichen Intelligenz.  Wir müssen uns darauf einstellen, aber ich denke, es ist für Eltern schwierig, ihre Bildung mit all diesen neuen Parametern zu überdenken.

Ich sage den Kindern nur, sie sollen neugierig sein auf das, was um sie herum ist, nicht alles glauben, was man im Netz sagen oder sehen kann, sich immer Fragen stellen. Dass sie ihr ganzes Leben lang ein Teil der kindlichen Vorstellungskraft beibehalten, der Kreativität. Dass sie sich eine schönere Welt vorstellen!

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